Mehrfamilienhaus

Immobilie mit Schulden geerbt: So gehen Sie souverän mit einer Hypothek um

Eine Erbschaft klingt für viele zunächst nach einem finanziellen Gewinn, doch nicht jedes Haus ist frei von Belastungen. Befindet sich noch ein Darlehen auf der Immobilie, müssen Erben Entscheidungen treffen, die gut durchdacht sein wollen. Es geht um Vertragsprüfungen, Bankgespräche und die Frage, ob die Immobilie gehalten oder veräußert werden soll.

 

 

Erbschaft mit laufendem Kredit: Was jetzt zuerst wichtig ist

Sobald klar ist, dass eine Immobilie mitsamt Restschuld geerbt wurde, steht die Bestandsaufnahme im Vordergrund. Dazu gehört das Einsehen der Kreditunterlagen, das Prüfen von Zinssätzen, Laufzeiten und möglichen Sonderregelungen sowie das Verständnis der rechtlichen Situation innerhalb einer Erbengemeinschaft. Ebenso wichtig ist der Blick auf den tatsächlichen Immobilienwert, denn nur durch den Vergleich von Marktpreis und Darlehenshöhe lässt sich einschätzen, ob das Objekt wirtschaftlich tragfähig ist. In vielen Fällen lohnt sich ein professionelles Wertgutachten, weil es Verhandlungsspielräume gegenüber der Bank eröffnet und Planungssicherheit schafft. Auch die Entscheidung, ob das Erbe angenommen oder ausgeschlagen wird, hängt maßgeblich davon ab, ob Schulden und Vermögenswerte in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Wer hier strukturiert vorgeht, verhindert, dass emotionale Bindungen vorschnelle Entscheidungen beeinflussen.

Kredit fortführen oder entschulden: Welche Wege realistisch sind

Steht fest, dass die Immobilie behalten werden soll, stellt sich die Frage nach dem Umgang mit dem bestehenden Darlehen. Manche Erben entscheiden sich dafür, den Kredit zu übernehmen und in die laufenden Raten einzusteigen, was insbesondere dann sinnvoll sein kann, wenn die Finanzierung zu günstigen Konditionen besteht und das Objekt selbst genutzt werden soll. In anderen Fällen bietet sich eine Umfinanzierung an, etwa wenn mehrere Erben beteiligt sind oder sich durch neue Konditionen eine geringere monatliche Belastung erreichen lässt. Auch eine vorzeitige Rückzahlung ist möglich, muss jedoch unter Berücksichtigung möglicher Vorfälligkeitsentschädigungen sorgfältig kalkuliert werden. Zentral ist stets, die eigene finanzielle Leistungsfähigkeit realistisch einzuschätzen und nicht nur in Monatsraten, sondern in langfristigen Verpflichtungen zu denken. Ein offenes Gespräch mit der finanzierenden Bank schafft Transparenz und hilft, individuelle Lösungen zu entwickeln, die sowohl rechtlich als auch wirtschaftlich stabil sind.

Verkauf mit Restschuld: Wie Sie wirtschaftliche Nachteile vermeiden

Wenn der Kredit nicht tragbar ist oder die Immobilie nicht im Besitz bleiben soll, kann ein Verkauf die vernünftigste Option sein. Dabei ist entscheidend, den Verkaufsprozess so zu gestalten, dass die offene Restschuld vollständig gedeckt wird und keine zusätzlichen Belastungen entstehen. Ein marktgerechter Angebotspreis, eine realistische Zeitplanung und eine enge Abstimmung mit der Bank sind dafür unverzichtbar. In einigen Fällen ist auch ein sogenannter freihändiger Verkauf möglich, bei dem Gläubiger einer Lösung zustimmen, die wirtschaftlich sinnvoller ist als eine Zwangsverwertung. Wer professionell begleitet wird, reduziert das Risiko von Preisabschlägen, rechtlichen Stolpersteinen und unnötigem Zeitdruck. So kann die Erbschaft geordnet abgewickelt werden, ohne dass aus der finanziellen Herausforderung eine dauerhafte Belastung wird.

Haben Sie eine Immobilie mit Restschuld geerbt und stehen vor wichtigen Entscheidungen? Sprechen Sie uns an – wir analysieren Ihre Situation und zeigen Ihnen passende Wege auf. Gemeinsam finden wir eine Lösung, die zu Ihren Zielen und Möglichkeiten passt.

 

 

Hinweise:

In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.

 

Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.

 

Foto: © Wordliner/Bild erstellt mit OpenAI’s Sora

 

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